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Das
Schuljahr 2006/07 war für den Prozess der internen
Schulentwicklung an unserer Schule von ganz besonderer Bedeutung, galt
es doch, sich einem Peer Review zu unterziehen, der die
Schwächen und Stärken der DS Málaga aus
der Sicht Externer beleuchten sollte.
Warum
der Peer Review? Warum der Blick von außen auf einen Prozess,
der seit seinem Beginn im Januar 2004 zu beachtlichen Erfolgen
geführt hatte? Es war ein Leitbild erstellt worden, man hatte
eine Befragung der Eltern und Schüler durchgeführt,
um festzustellen, wo sie die Schwerpunkte schulischen Handelns
ansiedelten. Basierend auf der Auswertung der Fragebögen waren
am Pädagogischen Tag im Januar 2005 neue Konzepte entwickelt
und entsprechende Maßnahmen beschlossen worden (Umgestaltung
des AG-Angebots, Einführung einer Klassenleiterstunde, engere
Zusammenarbeit von spanischen und deutschen Lehrkräften in den
Fächern Erdkunde, Biologie und Geschichte, Deutschlandfahrt in
der 7. Jahrgangsstufe, um nur einige zu nennen). Das Projekt
"gemeinsames Schulforum", ein Gremium, das die vertrauensvolle und
partnerschaftliche Zusammenarbeit von Patronat, Schulleitung, Lehrern,
Eltern und Schülern fördern soll, wurde
vorangetrieben und eine Satzung erstellt. Im darauf folgenden Schuljahr
ging die Umgestaltung weiter: ITG, bis zu diesem Zeitpunkt ein
eigenständiges Fach, wurde in den Fachunterricht integriert,
um die Technik an konkrete Inhalte zu binden, zum ersten Mal erschienen
auf den Jahreszeugnissen der guten und sehr guten Schüler
lobende Bemerkungen und es wurden Preise in Form von Buchgutscheinen
vergeben, die Lehrer bildeten sich fort auf dem Gebiet der
Konfliktprävention, das Fahrtenkonzept wurde um ein
Alternativprogramm für die Schüler erweitert, die
nicht an den Deutschland- und Frankreichaustauschen teilnehmen, das
Schulforum tagte zum ersten Mal, manches, was ungeschriebenes Gesetz
gewesen war, wurde in schriftliche Form gebracht und von der
Gesamtlehrerkonferenz verabschiedet, und wir beschritten den langen Weg
der Entwicklung eines Curriculums der Lern- und Arbeitstechniken
für alle Jahrgangsstufen von 1 bis 10.
Warum
der Peer Review, wenn die interne Schulentwicklung doch so gut im Fluss
war? Nun zum einen hatten das BVA und der BLAscha
(Bund-Länder-Ausschuss) mittlerweile einen
Qualitätsrahmen für deutsche Auslandsschulen
verabschiedet und ihre Absicht verkündet, Schulinspektionen im
Ausland durchzuführen. Der Peer Review nimmt in diesem
Qualitätsrahmen eine bedeutende Stellung ein; er ist ein
entscheidender Baustein der Schulentwicklung. Es musste einfach
durchgeführt werden. Unmittelbarer Auslöser
für die Entscheidung, ein Peer Review in Angriff zu nehmen,
war jedoch nicht so sehr dieser Zwang, sondern das Gefühl,
dass wir uns an einem Punkt in der Entwicklung befanden, an dem der
nüchterne Blick von außen nötig war, um
sinnvoll weiterarbeiten zu können. Das Kollegium stimmte dem
Vorschlag der Steuergruppe zu, Herrn Lehnig aus Bischofswerda, der uns
schon zu Beginn der Schulentwicklung auf den richtigen Weg gebracht
hatte, einzuladen, den Peer Review bei uns durchzuführen. Aus
diesem Peer Review, der Beurteilung durch "kritische Freunde", wurde zu
unserem ganz großen Vorteil eine regelrechte externe
Evaluation, denn Herr Lehnig holte Frau Dr. Volkmann, eine ausgebildete
Evaluatorin, mit ins Boot und diese erwirkte die Genehmigung, die
Instrumente der Sächsischen Evaluationsagentur benutzen zu
dürfen. Und damit begann der spannende Weg bis zum
Pädagogischen Tag im Januar 2007, auf dem die Ergebnisse des
Peer Reviews vorgestellt wurden.
Aufwändig war er, der Peer Review. Eltern und Schüler
mussten informiert werden, Fragebögen wurden
übersetzt, ausgeteilt und in verschlossenen
Umschlägen bis zur Ankunft der Evaluatoren gelagert,
Ablaufpläne wurden erstellt, theoretische
Einführungen in den Peer Review fanden statt und immer wieder
wurde den Lehrern verdeutlicht, dass bei den Unterrichtsbeobachtungen
nicht sie als Individuen beurteilt wurden, sondern der Unterricht an
der Schule insgesamt. Während der vier Tage, die der Peer
Review dauerte, führten die Evaluatoren Gespräche mit
Lehrern, Eltern, Schülern, der Schulleitung, der Verwaltung
und dem Patronat, sie besichtigten das Schulgelände und
besuchten insgesamt 23 Unterrichtsstunden in allen Jahrgangsstufen von
der Vorschule bis zur Oberstufe, wobei alle Fächer
berücksichtigt wurden. Eine unmittelbare Rückmeldung
ist in dem sächsischen Evaluationsverfahren nicht vorgesehen,
weshalb es hieß, sich bis Ende Januar in Geduld zu
üben. Am Pädagogischen Tag stellten Frau Dr. Volkmann
und Herr Lehnig den fertigen Endbericht vor. Das Gesamtergebnis konnte
sich sehen lassen: "In der Mehrheit der Qualitätsmerkmale hat
die Deutsche Schule in der Provinz Málaga das
Qualitätsurteil eher hoch erreicht“, lautete das
abschließende Urteil der Evaluatoren. Bewertet wurden die
Qualitätsbereiche Ergebnisse, Lehren und Lernen, Schulkultur,
Entwicklung der Professionalität, Management und
Führung sowie Kooperation. Das Hellgrün des "eher
hoch" ist die beherrschende Farbe im Endbericht, aber in einzelnen
Unterbereichen wurde auch Handlungsbedarf festgestellt. Aus diesem
Grund ging es gleich im Anschluss an die Vorstellung des Berichts
daran, Maßnahmen zu entwickeln, um auch aus den orange
unterlegten Feldern grüne werden zu lassen. Während
die Lehrer in drei Arbeitsgruppen den Bericht im Hinblick auf den
Unterricht analysierten, tagte der Patronatsvorstand mit Frau Dr.
Volkmann und entwickelte Ideen, wie eine Qualitätssteigerung
vom Schulträger unterstützt werden könnte.
Am folgenden Tag bündelte eine Gruppe von Lehrern mit der
Schulleitung die Maßnahmenvorschläge, legte Fristen
und Zuständigkeiten fest und konnte am Ende des Tages mit
einer Beschlussvorlage für die Gesamtlehrerkonferenz
aufwarten, auf der das Maßnahmenpaket verabschiedet wurde.
Der Patronatsvorstand tat Ähnliches für seinen
Zuständigkeitsbereich.
Die
Entwicklungsschwerpunkte im zweiten Halbjahr 2006/07 waren auf der
einen Seite die Schulprogrammarbeit und die Entwicklung des Curriculums
der Lern- und Arbeitstechniken, auf der anderen Seite bauliche und
strukturelle Veränderungen (Sportplatz, Mobiliar,
Schulkleidung und vieles andere mehr), die zum großen Teil
zum Schuljahr 2007/08 bereits umgesetzt wurden. Frau Dr. Volkmann,
ursprünglich als Evaluatorin an die Schule gekommen,
erklärte sich dazu bereit, den weiteren
Schulentwicklungsprozess beratend zu begleiten und leitete im Mai
erneut eine für alle Beteiligten intensive Arbeitswoche,
während der die Projekte vorangetrieben wurden.
Mittlerweile suchte das BVA nach Schulen, die bereit waren, die
Pilotphase der Bund-Länder-Inspektion zu durchlaufen.
Ermuntert durch die Ergebnissse des Peer Review fiel an der DS
Málaga der Beschluss, sich als Pilotschule zu bewerben.
Patronat, Schulleitung und Lehrerschaft waren sich absolut einig, dass
der gegenwärtige Stand der Schulentwicklung diese Entscheidung
erlaubte. Und so wird die DS Málaga im März 2008
als erste deutsche Auslandsschule den Besuch eines
zehnköpfigen Inspektionsteams erleben, das Inneres und
Äußeres, Lehrer, Schüler, Patronat,
Schulleitung, Klassenräume, Fachräume, Sportanlagen,
Außenanlagen, und natürlich jede Menge Dokumente und
Statistiken unter die Lupe nehmen wird. Wir sind zuversichtlich, dass
das Endergebnis so zufrieden stellend wie das des Peer Review sein und
die fördernden Stellen die DS Málaga mit dem
Gütesiegel „Qualitätsschule der
Bundesrepublik Deutschland" auszeichnen werden.
Bis
dahin steht allerdings für alle am Schulleben beteiligten
Gremien noch viel Arbeit an. Denn nur in der Zusammenarbeit von Eltern,
Lehrern, Schülern, Schulleitung, Patronat und Verwaltung kann
das Pädagogische Qualitätsmanagement (PQM) zum Ziel
führen.
Dr. Sabine Bückmann
Mitglieder der Steuergruppe
"Schulentwicklung" (in alphabetischer Reihenfolge)
Lehrer: Herr Beckmann, Frau Dr.
Bückmann, Frau Bülow, Frau Franz, Herr Dr. Korsten,
Frau Lang, Frau Lux, Herr Markus, Herr Maurice, Herr Meckes, Frau
Mostafa, Frau Rebeck, Fr. Reina, Sr. Tejero, Herr Stiborsky
Patronat: Frau Hansen, Herr Zurawka
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