Deutsche Schule in der Provinz Málaga

COLEGIO ALEMAN JUAN HOFFMANN

E L T E R N A B E N D

Zum Thema:

Umstrukturierung Kindergarten / Vorschule nach der neuen Konzeption.

Umwandlung der altershomogenen Gruppen in altersgemischte Gruppen.

1. Vorteile der Arbeit mit altersgemischten Gruppen

2. Organisation (zeitlich, räumlich und personell)

3. Aufteilung der Gruppen

4. Überblick über die Lernziele des Vorschulprogramms


1. Vorteile der Arbeit mit altersgemischten Gruppen

Die Arbeit mit altersgemischten Gruppen hat für die Kinder folgende Vorteile:

       -    Weniger konkurrenzgesteuertes Lernen, dadurch weniger Angst, sich zu blamieren.

      -    Entwicklung des Selbstbewusstseins, Offenheit für Neues u.  für kognitive Lerninhalte

-         Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein.

-         Die altersgemischte Gruppe wirkt wie ein kognitives Fenster: nach vorne blickend -

„Das möchte ich auch lernen!“ zurückblickend – „Das konnte ich damals noch nicht, habe es aber gelernt!“

-         Die Wiederholung eines Kindergartenjahrs wird nicht als traumatisierend empfunden,

da kein Gruppenwechsel stattfindet.

-         Die PISA–Gewinner (Schweden und Finnland) arbeiten mit altersgemischten Gruppen.

-         Altersmischung gibt es in allen sozialen Bereichen (Familie, Beruf, Freizeit)

-         Bessere Integrationsmöglichkeiten für neue Kinder

-         Kindergartenanfänger haben es nicht so schwer, sich einzugewöhnen.

-         Kinder lernen von Kindern anders und kindgemäßer. Vereinfachter Lernprozess- besser als wenn ein Erwachsener Wissen vermittelt.

-         Im Weitergeben des Gelernten vertieft sich des Wissen (Lernen durch Lehren)

-         Mit anderen Kindern Problemlöseverhalten zu erproben vermittelt ein größeres Erfolgserlebnis als wenn der Erwachsene Problemlösungen anbietet.

-         Förderung des Sozialverhaltens:    Rücksichtnahme

                                                                Vorbildfunktion

                                                                Hilfe

                                                                Selbstvertrauen

-         Ein Ich-stabiles Kind (Sozialkompetenz) traut sich etwas zu (Lernkompetenz).

-         Schwächere Kinder bleiben nicht immer die Schwächsten.

-         Ältere Kinder wirken als „Lernlokomotive“: die Kinder lernen voneinander.

-         Intensivere Kleingruppenarbeit ist möglich.

2. Organisation

Der Deutschunterricht wird von den Erzieherinnen erteilt und findet wie bisher in altershomogenen Gruppen statt. Er fügt sich folgendermaßen in den Tagesablauf ein:

Nach ihrer Ankunft am Morgen treffen sich die Kinder in altersgemischten Gruppen zum Morgenkreis. Anschließend werden die jüngsten Kinder von ihrer Erzieherin in ihren DaF-Raum geführt, die Älteren dürfen allein den Raum für den Deutschunterricht aufsuchen.

Während die spanischen Kinder DaF–Unterricht erhalten, bekommen die Deutschen SaF-Unterricht in zwei parallel laufenden Gruppen (Anfänger und Fortgeschrittene).

Frau Ramos übernimmt die Anfänger – Gruppe im gleichen Raum wie bisher, ein spanisch sprechender Lehrer der Grundschule wird in der neuen ABC-Klasse die Gruppe der Fortgeschrittenen betreuen. 

Um 10.10 Uhr kehren alle Kinder zum gemeinsamen Frühstück in ihre Ausgangsgruppen zurück.

Nach der ersten großen Pause erhalten die Vorschulkinder an 3 Tagen pro Woche gezielten Vorschulunterricht in der neuen ABC Klasse. Die ca. 36 Vorschulkinder werden dazu in drei Gruppen von je 12 Kindern aufgeteilt (Graphische Darstellung an der Stellwand). Sie werden in der dritten und vierten Stunde durch eine Lehrerin der Grundschule unterrichtet, während die Erzieherin mit der Restgruppe im Gruppenraum bleibt, wo sie bis zur zweiten großen Pause mit den Kindern schwerpunktmäßig Kleingruppen- und Einzelarbeit durchführt.

Erleichtert wird diese Aufgabe durch den Einsatz von 3 Praktikantinnen, die das ganze kommende Schuljahr an unserer Schule arbeiten werden und weitere Praktikanten, die für jeweils 3 Monate ein Praktikum im Kindergarten absolvieren.

3.  Aufteilung der Gruppen

Die bestehenden Kindergartengruppen KiGa 1 a und  b  und KiGa 2 a und b werden auf 6 neue Gruppen verteilt, dazu kommen die neu aufgenommenen Kinder.

Um den Kindern diese Umstellung zu erleichtern, werden wir zum einen Rücksicht nehmen auf bestehende Sozialstrukturen  und Kinder, die bereits einen Erzieherwechsel erlebt haben. Zum anderen werden wir ab April wieder - wie bereits im vergangenen Schuljahr  - Projekttage einführen, an denen die Kinder eine Auswahl unter verschiedenen Aktivitäten treffen können ( z.B. Fußball, Basteln, Rhythmik, Meditation etc.).

Hier bietet sich den Kindern die Gelegenheit, andere Erzieher und Praktikanten sowie neue Räumlichkeiten kennen zu lernen, sich selbstständig im Gebäude zu bewegen und Entscheidungen zu treffen, mit welchen Freunden sie an dem jeweiligen Angebot teilnehmen wollen. 

4. Überblick über die Lernziele des Vorschulprogramms  

In der Vorschularbeit soll das Kind in den folgenden Bereichen gefördert werden: 

a)      Personale Kompetenz ( Arbeitshaltung, Auffassungsvermögen, positives    Selbstkonzept, Kreativität, Wahrnehmung)

b)      Soziale Kompetenz ( Anerkennung von Regeln, selbstständige Kommunikation mit Kindern und Erwachsenen, Fähigkeit zur Konfliktlösung, Respekt gegenüber anderen etc.)

c)      Sprachliche, kommunikative Kompetenz ( Aussprache, Wortschatz, Fähigkeit, in vollständigen Sätzen zu sprechen, Silbenerkennung, Lautdifferenzierung, etc.)

d)      Sachkompetenz (Erschließung der Lebens- Lernumwelt, Alltagswissen, Gesundheitserziehung, Ordnung, Methodik, Mathematik)

 Lernziele im mathematischen Bereich: 

 Das Kind

-         kann Dinge ordnen nach verschiedenen Kriterien (Größe, Farbe, Form)

-         kennt die Zahlen von 1 –10, begreift Zahlvorstellungen wie : Zuordnen von Mengen

-         findet sich zurecht und kann zählen im Zahlenraum von 1-10

-         begreift links/ rechts Unterscheidung

-         begreift motorisch und gestaltet die Zahlenformen

-         kann geometrische Formen erkennen und benennen

-         kann Muster legen und fortsetzen

-         kann eine Anzahl bis 3 simultan erkennen

-         beherrscht logisches Denken in Abfolgen

-         kann zwischen den räumlichen Zuordnungen unterscheiden: innen / außen

oben / unten 

Erstes Lesen und Schreiben in der Vorschule

Die Buchstaben werden – als Anlaute -  in Druckschrift gelernt, Großbuchstaben werden zusammen mit Kleinbuchstaben eingeführt.

Sinnliches Erfassen der Buchstaben in der Buchstabenwerkstatt ( Buchstaben mit Knetmasse formen, in Sand schreiben, mit Farben / Papierfetzen gestalten, mit Fühlbuchstaben erfühlt)

Anlegen eines ABC-Heftes mit Bildern, Buchstaben und Wörtern.

Arbeitsblätter zum Nachspuren von Buchstaben, zur Lautanalyse, zum Zuordnen  von Silben und Wörtern.